Google-Nest-Venture und die Datenschutz-Debatte

Erst in dieser Woche gab der US-Internet-Gigant Google die Übernahme des Smart-Home-Spezialisten Nest bekannt. Nun folgt ein langer Rattenschwanz kritischer Äußerungen.

Für rund 3,2 Milliarden US-Dollar kaufte Google in dieser Woche den Hardware-Hersteller Nest, der für seine App-gesteuerten Thermostate und Rauchmelder bekannt ist. Mit der Übernahme des Smart-Home Start Ups sicherte sich der Internetmagnat Google jetzt den Einstieg in das neue Geschäftsfeld der vernetzten Haustechnik und realisiert damit die zweitgrößte Übernahme seiner bisherigen Geschichte. Damit entfachte der Konzern erneut die scheinbar endlose Debatte um den Datenschutz und die Sicherung der Privatsphäre.

Die innovativen Smart-Home Thermostate von Nest beinhalten intelligente Technologien, die sich an die Gewohnheiten der Bewohner anpassen. So wird beispielsweise beim Verlassen der Wohnung die Temperatur gedrosselt oder durch energische Handbewegungen vor dem entsprechenden Bewegungssensor das Piepen eines Rauchmelders ausgeschaltet. Um diese Funktionen jedoch umsetzen zu können, erfassen die Smart-Home-Produkte zahlreiche sensible Nutzerdaten.

httpv://www.youtube.com/watch?v=L8TkhHgkBsg

httpv://www.youtube.com/watch?v=QXp-LYBXwfo

In einem Interview mit dem Datenschutzbeauftragten Prof. Dr. Johannes Caspar heißt es dazu auf Focus Online:

„In der Kombination mit den Daten, die Google bereits zur Verfügung stehen und die die Gewohnheiten der Internet- und Kommunikationsaktivitäten widerspiegeln, wird der Mensch nun auch in seinem häuslichen Umfeld von Google fürsorglich beobachtet und eine vollends kalkulierbare Größe. Der Bereich, in dem wir uns beobachtungsfrei bewegen können, wird damit ein weiteres Stück kleiner.“

Mit diesem Schritt verschafft sich Google Zugang zu enorm sensiblen Informationen einer Privatperson, die zuvor kein anderes Unternehmen erfassen konnte.

Frustration macht sich im Besonderen auch bei vielen Besitzern der Smart-Home Thermostate und Rauchmelder mit App-Steuerung breit, die ihr Geräte bereits vor der Übernahme durch Google erstanden haben. Viele kündigten bereits die Demontage ihrer Smart-Home Geräte von Nest an.

Wir jedenfalls bleiben gespannt, wie sich die Datenschutz-Debatte rund um das Thema Google Nest Venture weiter entwickeln wird.

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